Im Rahmen der Vortragsreihe, die der Liederkranz Hohengehren seit einigen Jahren durchführt, haben unser Ehrenvorsitzender Walter Stürzl und seine Frau Kriemhilde am 25. September 2015 über eine Reise in einen der wichtigsten Staaten des Nahen Ostens, den Iran, berichtet. Vor rund 120 Besuchern haben sie mit vielen Bildern und aufschlussreichen Texten die jahrhundertealte Geschichte des alten Persien aufleben lassen und den eindrucksvollen Wandel zum modernen Staat Iran vorgestellt.

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Bild: Das Schah-Chiragh-Mausoleum in Schiraz ist eine der großen Pilgerstätten des Iran.

Noch bis 1935 hieß das Land Persien. Es wurdevom Vater des letzten Schah, Reza Pahlevi, in Iran umbenannt. Die Geschichte des gegenüber Deutschland viereinhalb mal größeren Landes reicht aber bis 2500 Jahre vor Christi zurück. Das damalige Persische Reich wurde von König Kyros dem Großen gegründet und reichte von Indien bis nach Ägypten. Auf einer Reiseroute über 4500 Kilometern besichtigte die Reisegruppe viele Zeugnisse der persischen Geschichte und lernte in vielen Gesprächen den modernen Staat Iran kennen.

In der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern beeindruckten der Golestan-Palast mit seinem Krönungssaal und dem kunstvollen Marmorthron sowie das Nationalmuseum mit seinen herrlichen Schätzen der alten Kulturen. Beeindruckend waren, wie Kriemhilde Stürzl aus ihrem Tagebuch berichtete, neben den zahlreichen monumentalen in Stein gehauenen Zeugnissen der antiken Zeit die Grünanlagen in den Städten als Abglanz der berühmten orientalischen Gärten.

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Bild: Minarette in der heiligen Stadt Ghom, dem Vatikan des Iran.

Als Beispiel für die wirtschaftliche Kraft des Staates besuchte die Reisegruppe das hauptsächlich von Kurden bewohnte Tiefland um die Stadt Ahvaz mit seiner vorbildlichen Landwirtschaft und einer leistungsfähigen Gas-und Ölindustrie. Im Gebiet um die Stadt Natanz wurden den westeuropäischen Besuchern die berühmt und berüchtigt gewordenen Anlegen für die Atomareicherung gezeigt. Walter Stürzl: „Erstaunlicherweise konnten wir unbehelligt durch die Anlagen fahren die auch mit der Hilfe deutscher Ingenieure entstanden sind“.

Den Zwiespalt zwischen dem nach moderner Lebensweise strebenden Iran und dem alten Gebräuchen verhafteten traditionellen Persien erlebte die Reisegruppe in den Städten Isfahan und Ghom. Isfahan gilt als schönste Stadt Persiens und ist nach wie vor Partnerstadt von Freiburg. Kriemhilde Stürzl: „Auf dem Meydan, dem als Weltkulturerbe ausgezeichneten zentralen Platz von Isfahan trifft man sich zum Picknick, zum Diskutieren oder zum Sport. Es ist fast wie in Wien.“ Für junge iranische Frauen ist das selbst für Touristinnen vorgeschriebene Kopftuch ein Mode-Element, das locker um den Kopf geschlungen mehr Schönheit zeigt, als es versteckt (siehe Foto unten).

Mit einigen Daten kennzeichneten die beiden die Entwicklung des Landes: Um die Überbevölkerung einzudämmen wurde die Geburtenzahl je Frau von sieben auf 1,7 Kinder gesenkt, in Deutschland sind es 1,3. Das Bildungs- und Gesundheitswesen ist das modernste in der islamischen Welt. Iraner können nach 25 Jahren Arbeit in Rente gehen und erhalten dann die Hälfte des letzten Gehalts. In der fünfjährigen Grundschule werden als Fremdsprache ab der fünften Klasse Englisch, Französisch und Deutsch angeboten. Der Steuersatz für die Bevölkerung beträgt lediglich acht Prozent. Der Liter Benzin kostet lediglich umgerechnet nur zehn Cent.                                                                                   -rer

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Bild: Wie alle Iranerinnen musste auch Kriemhilde Stürzl (links) das Kopftuch tragen.

Alle Fotos: Stürzl