Frauengruppe Aidswaisen 1

Um die Flüchtlingsströme nach Europa einzudämmen gilt es, zuerst die Lebensbedingungen in den Heimatländern der Flüchtlinge zu verbessern. Möglichkeiten dazu stellten Kriemhilde und Walter Stürzl im April im Bürgerhaus Hohengehren vor. Ihr Reisebericht über Uganda gehört zur Kulturreihe des Liederkanz.

Uganda wurde in den siebziger Jahren von Bürgerkriegen und der Schreckensherrschaft unter Idi Amin mit fast einer Million Toten verwüstet. Die Reise zeigte, dass riesigen sozialen Probleme des ostafrikanischen Landes bis heute bestehen. Besucht wurden von Kriemhilde und Walter Hilfsprojekte des Kinderdorfes Salem-Uganda. Die von dem aus Gschwend stammenden Kaufmann Gottfried Müller 1957 in Stuttgart gegründete Bruderschaft Salem unterhält in Uganda Waisenhäuser Krankenstationen, handwerkliche Einrichtungen, Babystationen und Schulen.

Bericht Uganda2

Kriemhilde und Walter Stürzl bei Ihrem Vortrag, ganz rechts berichtet Ursel Röckle über die Situation in Sierra Leone.  Foto: Maurer

Wie Kriemhilde Stürzl erzählte, ist die an bescheidenen Wohnstätten den schlechten Straßen und den vielen Kranken erkennbare Armut erschreckend. Gleichzeitig beeindruckt aber auch die unbeschwerte Fröhlichkeit der Menschen. Große Bevölkerungs- und Kinderzahlen, hohe Sterblichkeitsraten, Krankenheiten wie Aids, Malaria und TBC, verbunden mit schlechter ärztlicher Versorgung sind ein wichtiger Grund für die vielen Probleme des Landes. Außerhalb der wenigen und dann noch schlecht ausgestatteten Gesundheitscentren gibt es keine ärztliche Hilfe, Einrichtungen von Salem sind wie eine Oase in der Wüste.

Dass Uganda außer menschlicher Not auch herrliche Naturschönheiten zu bieten hat zeigte sich bei den oft abenteuerlichen Fahrten über das Land. Die Reise führte hoch in den Bergregenwald mit einer Wanderung über schwierige rutschige Pfade und nasse Holzstege. In dem nach dem Murchison-Wasserfall benannten Nationalpark sahen die Reisenden nicht nur die vielfältige afrikanische Tierwelt mit Giraffen, Elefanten, Antilopen, Büffeln, Nilpferden und Krokodilen sondern auch diesen weltbekannten Wasserfall. „Brüllend fällt das Wasser 45 Meter tief“, berichtete Walter Stürzl, „die Gischt braust und zischt und bildet wechselnde Regenbögen.“

Fahrt nach Kampala - Rindergruppe

Auf den staubigen Straßen von Uganda gibt es nicht nur Wanderer, Autos und überfüllte Kleibusse sondern auch solche Rinderherden. Foto: Stürzl            

Mit den bewegenden Schilderungen und den vielen Bildern gelang es Kriemhilde und Walter Stürzl den Bedarf der Entwicklungshilfe für jene Menschen darzustellen, deren Flucht wir aufhalten wollen. Mit der Bitte um Spenden wollten die beiden aber auch ein anderes Hilfsprojekt in Afrika unterstützen. Es geht um das von der Ebola-Katastrophe so schlimm heimgesuchte Sierra Leone. Ursel Röckle aus Hohengehren unterstützt seit Jahren Entwicklungsprojekte für dieses Land. Im Bürgerhaus schilderte sie die schwierige Situation dort und bedankte sich herzlich für die Hilfsbereitschaft. Sie wird demnächst nach Sierra Leone fliegen und die Spenden persönlich überbringen.

-rer