Mit einem unterhaltsamen Samstagabend im Schulhof und einem sonntäglichen Festakt an der historischen Stätte des Goldbodens schloss der Liederkranz Hohengehren am 27. und 28. August 2016 seine Veranstaltungsrunde zum 175-jährigen Bestehen des Vereins ab.

DSC04851-1Ehrenvorsitzender Walter Stürzl und Bürgermeister Schmid enthüllen die von Uli Luz gefertigte Schautafel über den Liederkranz und den Goldboden.   Fotos: H. Maurer

Im Schulhof wurde in angenehmer Abendkühle gespeist, geplaudert und nach der Musik der Esslinger Musikband „ES-music-fans“ sogar getanzt. Am folgenden Sonntagmorgen wurde am Goldboden zwischen Hohengehren und Manolzweiler, dort wo alles begann, die große Vergangenheit des Vereins und seine Bedeutung für das Kulturleben in der Gemeinde gewürdigt und in einer neuen Schautafel festgehalten.

Sein 175-jähriges Bestehen, das von kaum einem anderen Gesangverein in Württemberg erreicht wird, hat der Liederkranz mit seinen drei Chorformationen unter Leitung von Wolfgang Layer fünffach gefeiert.

Am 19. März präsentierte das erst im Jahr zuvor gegründete Vokalensemble im Bürgerhaus bekannte Volkslieder in neuer, frischer Aufmachung. Am 11. Juni folgte im Kulturzentrum Baltmannsweiler das große Jubiläumskonzert von Männerchor, jungem Chor „Joy of Music“ und dem Liederkranz Wäldenbronn, das am 16. Juli in Esslingen wiederholt wurde. Und an diesem Wochenende wurde der Jubiläums-Reigen abgeschlossen.

DSC04830-1Der Posaunenchor Hohengehren eröffnete den Festakt vor dem Goldbodendenkmal.

Beim Jubiläumsfest am 27. August wurde im Schulhof für die rund 200 einheimischen und auswärtigen Gäste alles aufgeboten was Küche und Keller hergab. Die Kapelle der Esslinger Musiker lieferte dazu ein angenehmes Beiwerk. Diese Art ein Jubiläum zu feiern wurde von vielen als wesentlich angenehmer empfunden als der Trubel in einem Festzelt.

Das gleiche gilt für den Festakt am Sonntag-Vormittag draußen am Goldboden. Der Ree Platz vor dem Obelisk, der vor 175 Jahren zum 25. Regierungsjubiläum des württembergischen Königs Wilhelm I. aufgestellt worden war und vor dem der Liederkranz Hohengehren erstmals öffentlich auftrat, lieferte einen würdigen Hintergrund für das Spiel des Posaunenchors Hohengehren, den Gesang des Männerchores und einige Ansprachen.

DSC04831 (2)-1Rund 200 Besucher nahmen am Festakt am Goldboden teil.

DSC04843-1Die Ehrengäste 1. Reihe von links: Irmgard Naumann stellv. Präsidentin des Schwäbischen Chorverband; Udo Goldmann, Präsident des Chorverband Karl Pfaff mit seiner Frau; Bürgermeister Simon Schmid und seine Frau.

Vorsitzender Wolfgang Digel konnte etwa 150 Zuhörer und eine stattliche Zahl von Ehrengästen begrüßen. Die stellvertretende Präsidentin des schwäbischen Chorverbandes, Irmgard Naumann, wies darauf hin, dass es auch in Zeiten allgemeiner Musikberieselung gute Gründe gibt den eigenen Gesang zu pflegen und der wichtigste sei die davon ausgelöste Freude. Udo Goldman, der Präsident des regionalen Chorverbandes Karl Pfaff erinnerte an die Ursprünge des Vereins. Mitte des 19. Jahrhunderts sei der Chorgesang als Verpflichtung zur Pflege einer vaterländischen Gesinnung verstanden worden. Heute dagegen bestehe diese Verpflichtung darin die Gemeinsamkeit und die Geselligkeit zu pflegen. Werde der Schwung den der Liederkranz mit seinen Chören an den Tag lege, von anderen aufgegriffen, dann sei ihm um die Zukunft des Chorgesanges nicht bange.

Simon Schmid, der Baltmannsweiler Bürgermeister, sieht im Fortbestand des Liederkranzes einen Beweis für den Zusammenhalt in der Gemeinde. Der Verein könne stolz sein auf das Geleistete. Der Historiker Rudolf Veit, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Silcher-Museum in Schnait, ließ die Zeit um die Vereinsgründung aufleben. Mit dem damals von Friedrich Silcher vertonten „Goldbodenlied“ knüpfte der Männerchor an die Tradition an. Um die Traditionspflege zu erhalten haben die beiden Vereinsvorsitzenden Wolfgang Digel und Jürgen Koch dem Silchermuseum eine Lithografie gespendet, die den Goldboden zur Zeit der Vereinsgründung zeigt.

DSC04848-1Die Vorsitzenden Wolfgang Digel (links) und Jürgen Koch (rechts) überreichen die Lithografie vom Goldboden für das Silchermuseum an Rudolf Veit.

An die Anfänge des Liederkranzes und die Verbindung zum Goldboden erinnert eine von einer Stiftung aus Baltmannsweiler und Hohengehren initiierte, vom Liederkranz aufgestellte und bei diesem Festakt vom Ehrenvorsitzende Walter Stürzl gemeinsam mit Bürgermeister Schmid enthüllte Schautafel.

–rer

Goldboden 16-1Unter der Leitung von Wolfgang Layer sang der Männerchor „Am Brunnen vor dem Tore“, den „Jägerchor“, das „Goldbodenlied“ und „Der Jäger Abschied“.  Foto: K. Wilhelm