Mit vier Chorformationen gab der Liederkranz Hohengehren am Samstag, 8. Juli 2017, im Kulturzentrum Baltmannsweiler ein großes Konzert. Der Männerchor, der junge Chor „Joy of Music“, das Vokalensemble HG und das Ensemble Bergfreunde sangen altbekannte, aber vom Dirigenten Wolfgang Layer neu gesetzte und zu einem großen Hörerlebnis arrangierte Schlager, Popsongs, Volkslieder und vor allem Stücke aus der großen Zeit der Männerchöre.


Der mit Sängern aus Baltmannsweiler verstärkte Chor erinnerte an die große Zeit der Männerchöre. (Foto: M. Eberhard)

Das Vokalensemble HG des Liederkranz Hohengehren eröffnete das Konzert.

Beim altbekannten „Im Märzen der Bauer“ des Vokalensembles HG spürten die knapp 300 Zuhörer in der Musik die mühevolle Arbeit der Landleute und hörten die Freude über die gute Ernte heraus. „Alleweil ka mer net lustig sei“, klagten die Bässe, während die übrigen Stimmen mit ihrer dezenten Jodeleinlage dagegen hielten. Mit der Solostimme von Ute Rast (siehe Bild) und den Arrangements von Wolfgang Layer erhielten die altbekannten Volkslieder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, und „Der Mai ist gekommen“ einen ganz neuen, aktuellen Klang.

Wie aus dem häufig mit machtvollem Pathos geschmetterten Weingärtnerlied „Aus der Traube in die Tonne“ ein fein gesungenes, einfühlsames Bekenntnis zum Wunder der Natur wird, bewies der Männerchor, bevor er mit „Riport´ a me“ die Trauer über den Verlust der Liebe und mit den beiden Volksliedern „Pferde zu vieren traben“ und „La Montanara“ südländische Lebensfreude hören ließ.

Die Bergfreunde mit Sängern aus Hohengehren, Aichschieß und Baltmannsweiler.

Das vor Jahren auf gemeinsamen Urlaubstagen und beim Singen auf österreichischen und Südtiroler Berghütten gegründete Ensemble „Bergfreunde“, dessen Sänger alle dem Männerchor des Liederkranz angehören, bewies mit „E bissele Lieb“, „Komm mit mir ins Täle“ und „Muss i denn zum Städtele hinaus“, wie schön die klassischen Silcher-Lieder klingen.

Der Junge Chor „Joy of Music“ mit Liedern aus den Musikbereichen Schlager und Pop.

Mit der Klavierbegleitung von Sabine Layer und durch die gekonnten Arrangements von Wolfgang Layer holte der junge Chor „Joy of Music“ altbekannte Schlager wie „Rote Lippen soll man küssen“, „Live is life“, „Fly me to the moon“ und „Küssen verboten“ bekannte Schlager und Songs aus der Mottenkiste. Der Song „Mir im Süden“, dieses vom Ensemble „füenf“ übernommenen Bekenntnis schwäbischen Selbstbewusstseins bekam besonderen Beifall. Heißt es dort doch: „Wir haben nicht so viel Humor wie die Bayern, im Rheinland kann man auch viel besser feiern, aber in technischen Bereichen kann sich keiner mit uns vergleichen. Im Pott und an den Deichen kann uns keiner das Wasser reichen.“

Auch das Publikum trug zum großen Erfolg des Konzertabends bei. Gemeinsam mit den Chören wurden bekannte Volkslieder wie „Auf du junger Wandersmann“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und „Kein schöner Land in dieser Zeit“, gesungen. Mit dem zur klassischen Chormusik zählenden „Schon die Abendglocken klangen“ von Konradin Kreutzer, dem alpenländischen „Abendfrieden“ und dem traurig schönen „Bajazzo“, beschloss der Männerchor das Konzert. Zum großen Erfolg des Sommerabends trug auch die mit Esprit und Wortwitz unterlegte Moderation von Wolfgang Layer bei. Er und die Sängerinnen und Sänger der vier Chorformationen haben bewiesen, dass die Chormusik nicht nur weiterlebt, sondern neue Kräfte entwickelt. So gesungen verdienen die „Ohrwürmer“ tatsächlich den „Großen Preis“.                                                                                                                      –rer

(Fotos: H. Maurer)