„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ sang der junge Chor einleitend. Was die Theatergruppe Hohengehren dann am 21. April 2018 auf der Bühne des Bürgerhauses darbot war ein spannender, im Grunde mehrteiliger Krimi, der schon am Vorabend mit der Einleitung durch den Männerchor für ein volles Haus gesorgt hatte.

Der Chor „Joy of Music leitete unter seinem Dirigenten Wolfgang Layer den Theaterabend am 21. April ein.
Am ersten Abend leitete der Männerchor den Theaterabend mit zwei Liedern ein. (Fotos: Roos)

Mit dem Schreckensruf „D´ Sau isch weg, wo isch mei Rosa“ stürzt Emil Schmirgele in die Schusterwerkstatt, wo sein bester Freund Eugen Hurgele mit seinem italienischen Gesellen Roberto neue Sohlen auf die Schuhe nagelt. „Du Schmirgele“, entgegnet der Freund erstaunt, „i hau gmeint, dei Frau heißt Josefa“.

Verhör im Hause Hurgele: Hilfspolizist Heinrich will den Schuster in Beugehaft nehmen.

Der Schuster hat ganz andere Sorgen. Er schätzt seinen Gesellen, den er despektierlich „Spagettifresser“ nennt als Arbeitskraft, mahnt ihn aber vergeblich, die Finger von seiner Tochter Monika zu lassen. Die ist dem attraktiven, hübschen Roberto durchaus zugetan und wird dabei von ihrer Mutter Anna unterstützt, die schon von einer Liebesheirat schwärmt.

Der vermeintliche Sauenraub ist nur ein Glied in der Kette mysteriöser Diebstähle. Da wird unter anderem im Hirsch ein Geldbeutel entwendet, der dann ausgerechnet beim Schuster auftaucht. Zudem tischt Hurgele plötzlich ein Festessen mit Schweinebraten und Blut- und Leberwürsten auf, deren Herkunft den Verdacht erweckt, sie könnten von der verschwundenen Sau stammen. Während Mutter Anna und Tochter Monika es ablehnen, mit diesem Schwerverbrecher unter einem Dach zu leben, hat Josefa Schmirgele den im Hirsch logierenden Privatdetektiv Reisbock mit der Aufklärung des Verbrechens beauftragt.

Kurz erzählt kommt es zu einer glücklichen Wendung: Die Sau ist wieder da, der Spagettifresser Roberto ist in Wirklichkeit ein verkappter Kriminalkommissar, heißt gut deutsch Robert und überführt den angeblichen Detektiv Reisbock als Seriendieb. Das Geld für Braten und Würste hat Eugen Hurgele beim Kuhfladenlotto gewonnen.

Der Tragödie zweiter und dritter Akt: Aus Wut über den Verlust seines Mitarbeiters Roberto bezeichnet Eugen Hurgele den zum Kriminaler gewendeten Robert als Hochstapler und bezahlt seinen Freund Schmirgele dafür, ihn zu beseitigen. Weil der aber „sei Gosch net halte ka“, taucht der Hilfspolizist Heinrich auf und will den Eugen in Beugehaft nehmen. Nicht genug der Verdächtigung: Anna Schmirgele findet in Eugens Kittel die Fotografie einer attraktiven jungen Dame mit der Widmung: „Meinem liebsten Eugenele“ und will deshalb ins Wasser. Seine Reaktion: „Für wie oft du scho hosch ins Wasser geh welle, do hät i scho lang en Fischteich baue kenne“.

Die Darsteller von links: Bärbel Bäder (Anna Hurgele), Klaus Koch (Eugen Hurgele), Konradt Bechtel (Emil Schmirgele), Marion Veser-Awater (Josefa Schmirgele), Dominik Zoller (Hilfspolizist Heinrich), Mathias Roos (Roberto oder Robby), Annalena Bantel (Monika Hurgele), Thomas Roos (Privatdetektiv Reisbock). (Fotos: H. Maurer)

Alles löst sich in Wohlgefallen und Liebe auf. Robby der Kriminaler hat einen Doppelgänger, auch der Kater von Anna Hurgele heißt so. Des Schusters Auftrag, den Robby zu beseitigen bezieht Schmirgele auf die Katze und die entwischt ihm. So tauchen Mensch und Kater wohlbehalten wieder auf. Und die angebliche Botschaft an das liebste Eugenele stammte von der eigenen Frau. Das Bild auf der Vorderseite zeigt ein Jugendbildnis von Anna. Den Schlußpunkt setzt Josefa Schmirgele. Aus Enttäuschung über den nicht stattgefundenen Mord wirft sie Eugen Schmirgele an den Kopf: „Aber des schwarze Kloid des i scho kauft hau, des zahlsch du.“ (-rer)