Die Besucher des Liederkranz Hohengehren vor dem Silchermuseum in Schnait. (Foto: M. Eberhard)

Friedrich Silcher ist einer der bedeutendsten Liederkomponisten Deutschlandes und wenn es um Musik geht, einer der größten Söhne Württembergs. Es gibt wohl keinen Chor der nicht immer wieder die von ihm komponierte Volkslieder zur Freude des Publikums vorträgt.  Silcher wurde 1789  in Schnait im Remstal geboren und was liegt für die engen Nachbarn auf dem Schurwald näher, als seiner Heimat und seinem Gedenken in dem nach ihm benannten Museum in Schnait einen Besuch abzustatten. Rund 40 Sängerinnen und Sänger von Männerchor und jungem Chor „Joy of Music“ des Liederkranz unternahmen am 5. Oktober diesen Besuch.

Weil das Museum im alten Schulhaus von Schnait die vielen Besucher aus Hohengehren, Baltmannsweiler und Aichschieß nur zur Hälfte aufnehmen konnte, ließen sich die anderen zunächst von Ortsführerin  Toni Herm die benachbarte Kirche zeigen und deren Geschichte erklären. Die aus einer frühmittelalterlichen romanischen Kapelle entstandene und nach der Reformation im schlichten Stil der evangelischen Glaubensrichtung erneuerte Kirche beeindruckt durch  den dreigeteilten Hochaltar von 1497 und durch die 1761 entstandenen an der dreiseitigen Empore angebrachten 45 Bilder aus der biblischen Geschichte. Es ist erstaunlich, wie gut die Leuchtkraft dieser von Josef Wagner aus Alfdorf geschaffenen Bilder im Urzustand erhalten geblieben ist.

Das Leben und Wirken von Friedrich Silcher wurde im ehemaligen Schulhaus von Museumsleiterin Elisabeth Hardtke sehr sachkundig berichtet und anhand  der zahlreichen Bilder, Schriftstücke und Originalwerken aus der Hand des Komponisten, eingängig erklärt. Silcher hat zwar nur einen kleinen Zeitraum seines Lebens in Schait verbracht, blieb aber, was viele seiner Volkslieder bezeugen, der Heimat treu verbunden.  Mit den schönen Volksliedern „Erlaube mir feins Mädchen“,  gesungen von Joy of Music und „“Hab oft im Kreise der Lieben“ vom Männerchor wurde dem großen Komponisten in seinem Geburtshaus zum Abschluss nochmals die Ehre erwiesen. Zur Tragik der Musikgeschichte gehört allerdings, dass der um 1850 in seinem Geburtsort gegründete Silcherverein Schnait erst vor Kurzem aufgelöst wurde.  (–rer)